Ratgeber
Arbeiten in Thailand als Ausländer: Was erlaubt ist und was Thais vorbehalten bleibt
27 Berufe sind in Thailand Thais vorbehalten. Hier steht, wo Ausländer arbeiten dürfen, was die Work Permit braucht und was mit DTV oder Rentnervisum geht.
- Kategorie: Auswandern
- 8 Min. Lesezeit
- Stand:21. Oktober 202621.10.2026

Inhalt dieses Artikels10 Abschnitte
- Ohne Work Permit darfst du nicht arbeiten
- Diese 27 Berufe sind Thais vorbehalten
- Diese Berufe sind nur unter Bedingungen offen
- So kommst du legal an eine Work Permit
- Remote arbeiten mit dem DTV: wo die Grenze liegt
- Mit Touristen-, Rentner- und Privilege-Status ist Arbeiten tabu
- Typische Fehler
- Was bei einem Verstoß droht
- Welcher Status erlaubt was?
- Häufige Fragen
Reiseleiter, Friseur, Sekretär: Wer in Thailand arbeiten will, hört schnell, dass bestimmte Berufe Ausländern verschlossen sind. Dazu kommt, dass jede andere Arbeit eine Arbeitserlaubnis braucht, die Work Permit. Der Artikel erklärt, was das Gesetz sagt und was das für Urlauber, Rentner und Remote-Arbeiter bedeutet.
Kurz zusammengefasst
- Jede Arbeit eines Ausländers in Thailand braucht eine Work Permit. Ein Visum allein erlaubt keine Arbeit.
- 27 Berufe sind Ausländern ganz verschlossen, darunter Reiseleiter, Friseur, Thai-Massage, Büro- und Sekretariatsarbeit und das Fahren von Fahrzeugen.
- Weitere Berufe, etwa Bau- und Landarbeit, sind nur unter Bedingungen offen.
- Mit visumfreier Einreise, Touristen-, Rentner- und Privilege-Status darfst du nicht arbeiten. Das DTV erlaubt Fernarbeit für Auftraggeber außerhalb Thailands.
- Wer ohne Erlaubnis arbeitet, zahlt 5.000 bis 50.000 Baht (ca. 130 bis 1.330 €) und wird ausgewiesen.
Die Euro-Beträge sind gerundet, gerechnet mit dem Kurs der Europäischen Zentralbank vom 16. Oktober 2026: 1 Euro = 37,60 Baht.
Ohne Work Permit darfst du nicht arbeiten
Grundlage ist die Notverordnung über die Beschäftigung von Ausländern von 2017, 2018 geändert. Sie nennt als Arbeit jede Berufsausübung, mit oder ohne Arbeitgeber. Ausgenommen ist das Betreiben eines Geschäfts mit einer Lizenz nach dem Foreign Business Act. Ob etwas Arbeit ist, hängt nicht nur am Geld: Auch regelmäßige Mithilfe ohne Bezahlung kann dazuzählen.
Die Work Permit stellt das Department of Employment aus, die Arbeitsbehörde des Arbeitsministeriums. Sie gilt für einen Arbeitgeber, eine Tätigkeit und einen Arbeitsort. Wechselst du eines davon, muss die Erlaubnis angepasst werden.
Diese 27 Berufe sind Thais vorbehalten
Das Arbeitsministerium hat es in einer Bekanntmachung vom 1. April 2020 festgelegt, sie gilt seit dem 21. Juni 2020. Diese 27 Tätigkeiten sind Ausländern in jedem Fall verboten, auch mit Arbeitgeber und Work Permit.
Dienstleistungen und Handel
- Friseur- und Kosmetikarbeiten (Haarschnitt, Färben, Make-up, Maniküre)
- Thai-Massage
- Reiseleiter und Veranstalter von Stadtrundfahrten
- Makler- und Vermittlungsgeschäfte (Versicherung, Immobilien, Rohstoffe), außer im internationalen Handel und bei internationalen Investitionen
- Auktionator
- Hausierhandel, also Waren tragend, per Rad oder Boot an wechselnden Orten verkaufen
- Büro- und Sekretariatsarbeit
- Rechtsdienstleistungen und Prozessführung, mit Ausnahmen bei Schiedsverfahren
- Fahrzeuge führen, außer Flugzeuge im internationalen Verkehr und Gabelstapler
- Edelsteine und Diamanten schleifen und polieren
Traditionelles Handwerk
- Holzschnitzerei
- Handweberei und handgemachte Seidenprodukte
- Seide von Hand abwickeln und zwirnen
- Matten und Gebrauchsgegenstände aus Schilf, Rattan, Bambus oder Stroh flechten
- Handgeschöpftes Maulbeerpapier
- Lackwaren
- Thailändische Musikinstrumente bauen
- Niello-Ware, Gold- und Silberschmuck, Bronzewaren
- Thailändische Puppen
- Almosenschalen für Mönche
- Buddha-Figuren
- Papier- und Stoffschirme
- Zigaretten von Hand drehen
- Manueller Satz thailändischer Schriftzeichen
Diese Berufe sind nur unter Bedingungen offen
Bei diesen Berufen kommt es auf Arbeitgeber, Lizenz und Abkommen an.
- Buchhaltung, Wirtschaftsprüfung, Bauingenieur, Architektur: grundsätzlich verboten. Ausnahmen gibt es im Rahmen internationaler Abkommen, etwa der ASEAN-Anerkennung, mit thailändischer Berufszulassung.
- Land-, Forst- und Fischereiarbeit, Tierhaltung, Maurer-, Zimmerer- und Bauarbeiten, Herstellung von Matratzen, Messern, Schuhen und Hüten, Schneiderei und Töpferei: erlaubt nur für qualifizierte oder angelernte Tätigkeit und nur bei einem Arbeitgeber.
- Einfache körperliche Arbeit und Verkauf im Laden, auf dem Markt oder am Straßenrand: nur mit Arbeitgeber und im Rahmen von Abkommen zwischen Thailand und anderen Regierungen.
Wo ein Beruf eine Lizenz verlangt, muss sie vorliegen, bevor eine Work Permit ausgestellt wird. Jede andere Tätigkeit braucht trotzdem eine Work Permit.
So kommst du legal an eine Work Permit
Der Normalweg führt über einen thailändischen Arbeitgeber.
- Der Arbeitgeber holt beim Arbeitsministerium eine Vorab-Genehmigung.
- Du beantragst im Ausland bei der thailändischen Botschaft ein Non-Immigrant-B-Visum, meist für 90 Tage.
- Nach der Einreise beantragt der Arbeitgeber die Work Permit.
- Vor Ablauf der 90 Tage wechselst du bei der Einwanderungsbehörde auf eine einjährige Aufenthaltsverlängerung.
Die wichtigsten Zahlen:
- Arbeitgeber: In der Regel muss die Firma 2 Millionen Baht Stammkapital je Ausländer (ca. 53.200 €) haben und vier thailändische Angestellte je Ausländer beschäftigen. Mit thailändischem Ehepartner sinkt das auf etwa 1 Million Baht und zwei Angestellte. Firmen mit Förderung des Board of Investment (BOI) haben Erleichterungen.
- Gehalt: Es gibt Mindestgehälter nach Herkunftsland. Für EU-Staaten gelten als Richtwert rund 50.000 Baht im Monat (ca. 1.330 €). Welcher Wert für dich zutrifft, klärst du vorab mit der Behörde.
- Laufzeit und Kosten: Eine Work Permit gilt in der Regel höchstens zwei Jahre. Für ein Jahr zahlst du 3.000 Baht (ca. 80 €).
- Nachweis: Du musst die Work Permit bei Kontrollen vorzeigen können. Sonst droht eine Geldstrafe bis 5.000 Baht.
Wer selbstständig sein will, hat es schwerer: Eine Work Permit für Freiberufler ohne Firma gibt es nicht. Du brauchst einen Arbeitgeber oder eine eigene thailändische Firma, und an einer gewöhnlichen Thai-Firma dürfen Ausländer meist höchstens 49 Prozent halten. Strohmänner, die den Rest pro forma halten, sind illegal.
Eine Alternative für gut bezahlte Fachkräfte ist das LTR-Visum. In der Kategorie „Highly-Skilled Professional“ gibt es eine digitale Work Permit. Die Kategorie „Work-from-Thailand Professional“ erlaubt dagegen keine Arbeit für thailändische Arbeitgeber.
Remote arbeiten mit dem DTV: wo die Grenze liegt
Das Destination Thailand Visa gilt fünf Jahre und erlaubt bis zu 180 Tage je Einreise. Das Außenministerium führt die Kategorie „Workcation“ für digitale Nomaden, Remote-Arbeiter, Fachkräfte und Freiberufler. Du brauchst unter anderem 500.000 Baht auf dem Konto (ca. 13.300 €) und einen Arbeitsvertrag oder ein Portfolio aus deinem Heimatland. Welches Visum zu deiner Aufenthaltsdauer passt, rechnet dir der Visum-Rechner aus.
Was mit dem DTV geht und was nicht:
- Erlaubt: Arbeit für einen Arbeitgeber oder Kunden außerhalb Thailands, etwa als Entwickler, Texter oder Berater.
- Nicht erlaubt: Arbeit für thailändische Firmen, Aufträge von thailändischen Kunden, ein Laden, ein Café oder eine Bar.
Der zweite DTV-Weg, „Thai Soft Power“, ist für Teilnehmer gedacht: Muay Thai, Thai-Kochkurs oder eine Behandlung. Mit Arbeit hat er nichts zu tun.
Mit Touristen-, Rentner- und Privilege-Status ist Arbeiten tabu
- Visumfrei und Touristenvisum: Die Befreiung gilt nur für Tourismus. Auch Fernarbeit ist damit nicht vorgesehen, mehr dazu in Einreise Thailand 2026.
- Rentnervisum O und O-A: Beim O-A gilt: „Employment of any kind is strictly prohibited.“ Das gilt auch für Nebenverdienste. Mehr in Überwintern in Thailand ab 50.
- Thailand Privilege: Das Programm bringt Aufenthaltsrecht, aber keine Arbeitserlaubnis.
- Ehe mit einer Thai-Staatsbürgerin oder einem Thai-Staatsbürger: Wer mit einem Ehe-Visum (Non-O) in Thailand lebt, kann eine Work Permit bekommen. Es braucht aber auch hier einen Arbeitgeber oder eine eigene Firma. Aus dem Rentnervisum O-A heraus geht das nicht.
Typische Fehler
- Mithilfe gegen Kost und Logis: Im Hostel, in der Bar oder auf der Farm kann das als Arbeit gelten, auch ohne Lohn.
- Thai-Kunden mit dem DTV: Ein Foto-, Video- oder Beratungsauftrag einer thailändischen Firma ist Arbeit in Thailand.
- Dienste online bewerben: Social-Media-Anzeigen für Dienstleistungen dienen bei Kontrollen als Beweis.
- Rentnervisum plus Nebenjob: Auch Beraten, Schreiben oder Vermitteln für ausländische Kunden ist nicht gedeckt.
Was bei einem Verstoß droht
Wer ohne Work Permit oder außerhalb ihres Rahmens arbeitet, zahlt 5.000 bis 50.000 Baht. Danach wirst du ausgewiesen und bekommst zwei Jahre keine neue Work Permit. Gefängnis für den Arbeitnehmer stand nur in der Fassung von 2017 und wurde 2018 gestrichen, in älteren Texten steht es aber noch. Arbeitgeber zahlen bis zu 100.000 Baht (ca. 2.660 €) je Ausländer, bei Wiederholung mehr.
Welcher Status erlaubt was?
Verboten
Auch nicht nebenbei
- Visumfrei, Touristenvisum
- Rentnervisum O, O-A
- Thailand Privilege
Nur Fernarbeit
Für Auftraggeber im Ausland
- DTV (Workcation)Auftraggeber außerhalb Thailands
- LTR „Work-from-Thailand Professional“nur für den ausländischen Arbeitgeber
Mit Work Permit
Für Arbeitgeber, Tätigkeit und Ort
- Non-Bmit Work Permit für deinen Arbeitgeber
- Ehe-Visum Non-Omit Arbeitgeber oder eigener Firma
- LTR „Highly-Skilled Professional“mit digitaler Work Permit
Häufige Fragen
Darf ich als Urlauber in Thailand kurz aushelfen?
Nein, wenn es Arbeit ist. Auch unbezahlte, regelmäßige Mithilfe kann als Arbeit gelten und braucht eine Work Permit.
Darf ich mit dem DTV Aufträge von thailändischen Firmen annehmen?
Nein. Das DTV deckt Fernarbeit für Auftraggeber außerhalb Thailands. Für Thai-Kunden brauchst du eine Work Permit.
Darf ich ein Café, eine Bar oder einen Laden eröffnen?
Nur mit passender Struktur: Du brauchst eine Work Permit und meist eine Thai-Firma, an der Ausländer höchstens 49 Prozent halten. Mit DTV oder Rentnervisum geht das nicht.
Reicht es, wenn das Geld aus dem Ausland kommt?
Nein. Das thailändische Recht fragt nach der Tätigkeit in Thailand, nicht nach dem Zahlungsweg.
Wer kontrolliert das?
Das Department of Employment prüft Betriebe und Arbeitnehmer. Zuletzt gab es Kontrollen unter anderem auf Baustellen, in Massagesalons und in Sprachschulen.


