Ratgeber
Gesundheit in Thailand: Impfungen, Reiseapotheke, Dengue und Rauchzeit
Welche Impfungen für Thailand sinnvoll sind, wo Malaria und Dengue ein Thema sind, was in die Reiseapotheke gehört und wann im Norden Rauch in der Luft liegt.
- Kategorie: Gesundheit
- 8 Min. Lesezeit
- Stand:22. Oktober 202622.10.2026

Inhalt dieses Artikels8 Abschnitte
Für die Einreise aus Deutschland brauchst du in Thailand keine Impfung. Trotzdem lohnt sich ein Blick vor dem Abflug, vor allem wegen Mückenschutz, Hygiene und der Frage, ob du dich gegen Dengue oder Tollwut impfen lassen willst. Hier findest du, was Reisemediziner und Behörden dazu empfehlen.
Kurz zusammengefasst
- Für die direkte Einreise aus Deutschland ist keine Impfung vorgeschrieben. Empfohlen wird Hepatitis A. Weitere Impfungen hängen von Reisedauer und Reisestil ab.
- Dengue gibt es im ganzen Land, auch in den Städten. Der wichtigste Schutz ist Mückenschutz, auch tagsüber.
- Das Malariarisiko ist gering, die Einstufung für Phuket und Samui wird unterschiedlich eingestuft.
- Sauberes Wasser, gewaschene Hände und frisch gekochtes Essen verhindern den Großteil der Magen-Darm-Probleme.
- Im Norden liegt in der trockenen Jahreszeit oft Rauch in der Luft, besonders im März.
Impfungen: Was Pflicht ist und was sinnvoll
Pflicht ist keine, wenn du direkt aus Deutschland einreist. Nur wer aus einem Gelbfiebergebiet kommt oder dort mehr als zwölf Stunden im Transit war, braucht den Nachweis einer Gelbfieberimpfung.
Empfohlen ist Hepatitis A, für alle Reisenden (Stand Juli 2026). Bei erhöhtem Risiko kommen dazu: Chikungunya, Dengue, Hepatitis B, Japanische Enzephalitis, Tollwut und Typhus. Die Japanische Enzephalitis gibt es landesweit und ganzjährig, mit Hauptsaison von Mai bis Oktober und besonders im Norden. Bei Tollwut besteht ein moderates Risiko durch Hunde, bei Typhus ein dokumentiertes Risiko durch eingeschleppte, stark resistente Erreger.
Bleibst du länger oder reist einfach, mit Zelt und Rucksack, denk zusätzlich an Hepatitis B, Tollwut, Japanische Enzephalitis und Typhus. Ab 60 kommen die Pneumokokken-Impfung und je nach Saison die Grippeimpfung dazu.
Vor allem solltest du die Standardimpfungen nach dem Impfkalender der STIKO prüfen. Dazu zählen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Polio und Masern. Besonders den Masernschutz solltest du prüfen.
So sieht es auf einen Blick aus:
Mücken
Schutz tags und nachtsEssen und Wasser
Hygiene entscheidetTiere
Abstand zu HundenEnger Kontakt
Blut, Haut, GelegenheitsbekanntschaftenGrundschutz und Alter
Impfkalender und ab 60Quellen: STIKO und DTG (Juli 2026), Auswärtiges Amt, ADAC. Welche Impfung für dich passt, klärst du in der reisemedizinischen Beratung.
Plane die Beratung früh ein. Geh vier bis sechs Wochen vor der Abreise zu einem Arzt, der sich mit Reise- oder Tropenmedizin auskennt. Gerade bei Reisen mit Kindern, in der Schwangerschaft oder mit Vorerkrankungen ist das wichtig. Weil manche Impfungen teuer sein können, solltest du vorher mit deiner Krankenkasse klären, was sie übernimmt.
Dengue und Mücken
Dengue ist in Thailand überall möglich, auch in den großen Städten, und das ganzjährig. Die Krankheit ist virusbedingt und zeigt sich mit hohem Fieber, starken Kopf- und Gliederschmerzen und Hautausschlag. Seltene schwere Verläufe können lebensbedrohlich werden und betreffen überwiegend Kinder. Die Mücken stechen auch tagsüber. Mückenschutz gilt also nicht nur für den Abend.
Schütz dich tags und nachts konsequent: Mückenschutzmittel verwenden, Haut bedecken und nachts Bettnetze nutzen. Dasselbe gilt für Chikungunya, Zika und Japanische Enzephalitis.
Bei der Dengue-Impfung sind sich die Fachleute nicht einig. Der Impfstoff Qdenga ist in der EU für Personen ab vier Jahren zugelassen. Die STIKO empfiehlt ihn in ihren Reiseimpfempfehlungen vom Juli 2026 für Menschen ab vier Jahren, die schon eine laborbestätigte Dengue-Infektion hatten und mit erhöhtem Risiko reisen, zum Beispiel bei längerem Aufenthalt. Die Serie aus zwei Impfungen im Abstand von mindestens drei Monaten soll vor der Abreise abgeschlossen sein. Für Menschen ohne frühere Infektion spricht die STIKO wegen der begrenzten Datenlage derzeit keine allgemeine Impfempfehlung aus. Die Deutsche Fachgesellschaft für Reisemedizin widerspricht seit April 2026: Reisende ohne frühere Infektion sollten bei hohem Risiko nicht mehr grundsätzlich ausgenommen werden, und eine einzelne Dosis biete einen vorläufigen Schutz von rund 81 Prozent. Besprich das mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Entscheiden kann ich es nicht für dich.
Malaria: gering, aber nicht überall gleich
Das Risiko, in Thailand an Malaria zu erkranken, ist ganzjährig gering. Mittel ist es auf der Insel Little Koh Chang in der Andamanensee und entlang der Grenze zu Myanmar. Malariafrei sind die Städte Bangkok, Chiang Mai, Chiang Rai und Pattaya.
Bei Phuket und Koh Samui gehen die Einstufungen auseinander: Das Auswärtige Amt führt sie unter „geringes Risiko“, der ADAC nennt sie malariafrei. Für Strandurlaub reicht deshalb in der Regel Mückenschutz. Wer in ein Gebiet mit mittlerem Risiko reist, das mehr als 48 Stunden von der nächsten medizinischen Einrichtung mit Malariatest entfernt ist, sollte mit einem Arzt über ein Notfallmedikament sprechen.
Essen, Trinken, Wasser
Reisedurchfall tritt häufig auf. Ursache ist meist mangelnde Trinkwasser-, Lebensmittel- und Handhygiene zurück. Dazu gehören Hepatitis A und E, Shigellose und Typhus.
Praktisch sind diese Regeln:
- Trink nur Wasser aus verschlossenen Flaschen mit intaktem Sicherungsring.
- Wasch dir oft die Hände mit Seife.
- Iss lieber frisch und heiß gekochte Gerichte, etwa an Straßenständen frisch aus dem Öl oder Sud, als Salat, Speiseeis oder Mayonnaise.
- Schäl Früchte selbst mit sauberen Händen.
Behandle auch kleine Wunden sofort. Das Risiko für Wundinfektionen ist in Ländern wie Thailand hoch. Desinfizieren und abdecken gehört deshalb zur Grundausstattung. Dazu kommt Melioidose, eine bakterielle Infektion, die über Hautverletzungen und Boden oder Wasser übertragen wird. Bei passenden Symptomen erzählst du dem Arzt von der Thailand-Reise.
Tiere, Wasser und Meer
Tollwut wird in Thailand vor allem über Hunde übertragen. Meide Kontakt zu Tieren und geh nach einem Biss sofort zum Arzt. Tollwutimpfstoff und Immunglobulin können im Land nicht oder nur eingeschränkt erhältlich sein. Das ist ein Grund, die Impfung vor der Reise ernsthaft zu bedenken, wenn du lange unterwegs bist oder abgelegene Gegenden besuchst.
Giftige Schlangen gibt es im ganzen Land, auch in Städten, vor allem in der Regenzeit. Stehende oder langsam fließende Gewässer solltest du meiden, weil sie mit Urin von Nagetieren verunreinigt sein können (Leptospirose).
Im Meer sind die meisten Quallen harmlos, giftige Arten wie die Würfelqualle und die Portugiesische Galeere wurden aber wiederholt gesichtet, vor allem in der Regenzeit von Mai bis Oktober. Ein Kontakt mit der Würfelqualle kann zu tödlichem Herz-Kreislauf-Versagen führen. Lies die Warnschilder am Strand und frag vor Ort nach. Strände, die von Tieren genutzt werden, meidest du besser, weil Tierkot parasitäre Hauterkrankungen auslösen kann.
Wer tauchen will, lässt sich vor der Reise tauchmedizinisch beraten und untersuchen.
Sonne, Luft und Rauchzeit
Die Sonne in Thailand unterschätzt man gern. Sie kann kurz- und langfristig Haut und Augen schädigen. Mit der App SunSmart prüfst du den nötigen Schutz. In Meeresnationalparks gelten übrigens Regeln für Sonnencreme, siehe den Ratgeber Was in Thailand verboten ist.
Die Luftverschmutzung hat in den letzten Jahren in Bangkok und Chiang Mai stark zugenommen. In der trockenen Zeit von November bis April kann es auch auf dem Land wegen Bränden zu mehr Rauch und Staub kommen. Die Hauptzeit im Norden reicht von Februar bis in den April, mit dem schlimmsten Rauch meist im März. Die Luftwerte prüfst du mit dem World Air Quality Index oder Air4Thai.
Für die Planung gilt: Wer von Februar bis April in den Norden will, sollte Reservetage einplanen oder auf die Küste ausweichen. Mehr zur Reisezeit steht im Ratgeber Beste Reisezeit für Thailand, die Seite zu Chiang Mai nennt die Monate für die Stadt.
Reiseapotheke und Medikamente
Pack eine eigene Reiseapotheke ein. Als Grundausstattung gehören hinein: Wunddesinfektionsspray, Pflaster und Verbandsmaterial sowie Mittel gegen Schmerzen, Fieber, Insektenstiche, Reisekrankheit, Durchfall, Erbrechen, Verstopfung und Erkältung. Regelmäßig genommene Medikamente solltest du in doppelter Menge mitnehmen und auf Hand- und Aufgabegepäck verteilen.
Wer Dauermedikation braucht, lässt sich die Notwendigkeit ärztlich auf Englisch bescheinigen. Bei Betäubungsmitteln und manchen psychotropen Stoffen verlangt die thailändische Arzneimittelbehörde zusätzlich eine Genehmigung, mindestens 15 Tage vor der Reise. Die Einzelheiten stehen im Ratgeber Was in Thailand verboten ist.
Häufige Fragen
Brauche ich Impfungen für Thailand?
Pflicht ist keine, wenn du direkt aus Deutschland einreist. Empfohlen wird Hepatitis A. Je nach Reisedauer und Stil kommen Hepatitis B, Typhus, Tollwut und Japanische Enzephalitis in Betracht. Geh vier bis sechs Wochen vor der Abreise zur reisemedizinischen Beratung.
Brauche ich Malariaprophylaxe?
Für Standardreisen in Städten und an den Stränden meist nicht. Das Risiko ist ganzjährig gering. Mittleres Risiko gilt für die Grenze zu Myanmar und die Insel Little Koh Chang. Wer dorthin reist, spricht vorher mit einem Arzt.
Kann ich in Thailand das Leitungswasser trinken?
Trink nur aus industriell verschlossenen Flaschen mit intakten Sicherungsringen.
Wie schütze ich mich vor Dengue?
Vor allem mit Mückenschutz am Tag und in der Nacht: Schutzmittel, bedeckende Kleidung, Bettnetz. Eine Impfung ist für Menschen ab vier Jahren zugelassen. Die STIKO empfiehlt sie derzeit nur nach früherer Infektion, die Fachgesellschaft für Reisemedizin sieht das weiter gefasst. Dein Arzt entscheidet mit dir.
Wann ist die Rauchzeit im Norden?
Die trockene Zeit dauert von November bis April, die Hauptzeit liegt zwischen Februar und April, mit dem schlimmsten Rauch meist im März. Prüf die aktuellen Luftwerte vor der Buchung.


